Unihockey-Wettmärkte: von 1X2 bis Drittel-Wette

Updated August 2026
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Übersicht verschiedener Wettmärkte bei einem Unihockey-Spiel, Symbolbild mit Spielszene und Quoten

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Als ich vor neun Jahren anfing, ernsthaft auf Unihockey zu setzen, hielt ich die Wette auf den Sieger für das Mass aller Dinge. Wer gewinnt, darauf tippe ich, fertig. Heute weiss ich, dass diese Sichtweise ungefähr so vollständig ist, als würde man behaupten, eine Speisekarte bestehe nur aus dem Hauptgang. Der Markt auf den Spielausgang ist nur einer von vielen, und oft nicht der interessanteste.

Floorball ist in der Schweiz längst kein Nischenphänomen mehr. swiss unihockey zählt erstmals über 30000 lizenzierte Spielerinnen und Spieler und gehört zu den drei grössten Teamsportverbänden des Landes. Diese Breite bedeutet für uns Wettende, dass die Anbieter ein erstaunlich differenziertes Marktangebot bereitstellen. Wer das Angebot nur an der Oberfläche kennt, lässt die spannendsten Möglichkeiten links liegen.

Ein Wettmarkt ist im Grunde eine Frage, auf deren Antwort du tippst. „Wer gewinnt?“ ist eine Frage, „Fallen mehr oder weniger als acht Tore?“ ist eine andere, „Wer trifft im zweiten Drittel zuerst?“ wieder eine. Jede dieser Fragen hat ihr eigenes Risikoprofil und ihre eigene Logik. In diesem Überblick gehe ich die wichtigsten Marktfamilien des Unihockeys durch, von den simplen Ergebnismärkten über Tor- und Handicap-Märkte bis zu den Spezialmärkten und der Frage, welcher Markt zu welchem Spieltyp passt. Wie du die Zahlen hinter diesen Märkten liest, ist ein eigenes Thema, dem ich mich separat widme.

Ein Hinweis vorweg, der dir Frust erspart. Nicht jeder Markt, den du aus internationalen Wett-Apps kennst, ist in der Schweiz auch legal verfügbar. Der legale Anbieter darf zu einzelnen, sehr granularen Ereignissen aus Gründen der Manipulations- und Geldwäschereiprävention bestimmte Wetten nicht anbieten. Das ist kein Mangel, sondern Teil eines bewussten Schutzkonzepts. Für die grossen Marktfamilien, um die es hier geht, spielt das kaum eine Rolle, aber bei den exotischsten Spezialwetten kann das Angebot bewusst beschränkt sein. Wer das weiss, sucht nicht vergeblich und weicht erst recht nicht auf gesperrte ausländische Seiten aus.

Ergebnismärkte: 1X2 und Doppelte Chance

Beginnen wir mit dem Klassiker, weil jeder ihn kennt und fast jeder ihn unterschätzt. Die 1X2-Wette ist die Mutter aller Sportwetten, und im Unihockey hat sie eine Eigenheit, die Tipper aus anderen Sportarten regelmässig stolpern lässt.

1X2 bedeutet: Du tippst auf Heimsieg, auf Unentschieden oder auf Auswärtssieg. Die Eins steht für die Heimmannschaft, das X für das Remis, die Zwei für die Gäste. So weit, so einfach. Der Haken liegt im X. Im Unihockey gibt es bei vielen Wetten kein klassisches Unentschieden nach regulärer Spielzeit, weil das Reglement Verlängerung und Penaltyschiessen vorsieht. Ob dein Anbieter das Ergebnis nach 60 Minuten oder nach der Entscheidung wertet, musst du wissen, bevor du tippst. Ich habe schon erlebt, dass jemand auf das Remis setzte, das Spiel nach regulärer Zeit unentschieden endete und die Wette trotzdem verlor, weil sie auf das Endresultat nach Penaltyschiessen lautete.

Anzeigetafel mit Spielstand eines Unihockey-Spiels als Symbol für den 1X2-Ergebnismarkt

Die Doppelte Chance ist die vorsichtige Schwester der 1X2-Wette. Statt auf einen von drei Ausgängen tippst du auf zwei davon gleichzeitig, etwa Heimsieg oder Remis. Damit gewinnst du öfter, dafür ist die Quote niedriger. Für Einsteiger oder für sehr unsichere Spiele kann das ein vernünftiger Einstieg sein, aber der erfahrene Tipper weiss, dass die niedrige Quote selten genug Wert bietet, um sie zur Dauerstrategie zu machen.

Warum unterschätzen so viele den Ergebnismarkt? Weil er einfach aussieht. Drei Optionen, fertig. Doch hinter dieser Schlichtheit steckt die ganze Kunst der Spieleinschätzung. Eine 1X2-Quote bündelt alles, was über ein Spiel bekannt ist, in drei Zahlen. Wer diese Zahlen liest und mit der eigenen Einschätzung abgleicht, betreibt im Kleinen genau die Analyse, die jede gute Wette ausmacht. Der Markt ist also nicht primitiv, sondern komprimiert. Das ist ein Unterschied, den viele Anfänger nie begreifen.

Ein Wort zum Heimvorteil, weil er im Unihockey real ist. Die Stimmung in einer vollen Halle, die kurzen Anreisen in der überschaubaren Schweiz, die Vertrautheit mit dem eigenen Hallenboden, all das fliesst in die Eins der 1X2-Wette ein. Anbieter rechnen den Heimvorteil ein, aber nicht immer in dem Mass, das die konkrete Paarung verdient. Ein Team mit besonders starker Heimbilanz kann an der Eins regelmässig Wert bieten, den der Standardalgorithmus zu niedrig ansetzt. Das ist die Art von Detail, die über Saisons hinweg den Unterschied macht.

Wer den Ergebnismarkt in seiner ganzen Tiefe verstehen will, muss vor allem eine Frage klären: wie Verlängerung und Penaltyschiessen in die Wertung einfliessen. Bei den meisten Anbietern zählt für die 1X2-Wette das Resultat nach der regulären Spielzeit, das Unentschieden bleibt also eine eigene Option. Hier belasse ich es bei der Einordnung: Der Ergebnismarkt ist solide, aber er nutzt die Besonderheiten des Floorballs am wenigsten aus.

Tor-Märkte: Over/Under und Gesamttore

Hier wird es für Floorball-Kenner richtig interessant, und der Grund liegt in einer einzigen Zahl. Bei der Heim-Weltmeisterschaft 2022 in Zürich und Winterthur fielen in 48 Spielen 588 Tore, ein Schnitt von 12,25 Treffern pro Partie. Kein Mainstream-Teamsport produziert so viele Tore so verlässlich – genau das macht die Tor-Märkte im Unihockey zu einem eigenen Universum.

Torjubel in einem torreichen Unihockey-Spiel als Symbol für Over/Under-Wetten

Bei der Over/Under-Wette tippst du nicht darauf, wer gewinnt, sondern wie viele Tore insgesamt fallen. Der Anbieter legt eine Linie fest, sagen wir 9,5 Tore, und du wettest, ob das Spiel diese Linie überschreitet oder darunter bleibt. Das Schöne daran – es ist dir völlig egal, welches Team trifft. Du wettest auf die Dynamik des Spiels, nicht auf seinen Ausgang. Für Spiele zwischen zwei offensivstarken Teams, die beide gern nach vorne spielen, ist das oft der natürlichere Markt als die Frage nach dem Sieger.

Die halbe Zahl in der Linie, das ,5, ist kein Zufall. Sie verhindert, dass die Wette unentschieden ausgeht. Liegt die Linie bei exakt 9 Toren und es fallen genau 9, spricht man von einem Push, und dein Einsatz wird zurückerstattet. Bei 9,5 kann das nicht passieren, weil eine halbe Tor-Zahl unmöglich ist. Anbieter nutzen ganze Linien manchmal bewusst, um diese Push-Möglichkeit anzubieten.

Die Kunst bei Tor-Märkten liegt im Einschätzen der Linie. Eine Floorball-Linie steht hoch, viel höher als beim Fussball, und das verunsichert Neulinge. Eine Linie von 10,5 Toren sieht enorm aus, ist im Unihockey aber völlig normal. Wer hier die Massstäbe aus anderen Sportarten anlegt, verschätzt sich systematisch. Die Linie zu lesen heisst, das Tempo beider Teams, ihre Defensivdisziplin und die Bedeutung des Spiels in der Tabelle gegeneinander abzuwägen.

Neben der reinen Toranzahl gibt es Abwandlungen, die das Thema verfeinern. Du kannst auf die Tore eines einzelnen Teams setzen, etwa ob die Heimmannschaft über oder unter vier Treffer kommt. Du kannst auf eine exakte Tor-Spanne tippen, etwa zwischen acht und zehn Tore. Und du kannst auf gerade oder ungerade Gesamttoranzahl wetten, was ich allerdings für reines Glücksspiel halte, weil es keinerlei analytische Grundlage gibt. Die seriösen Tor-Märkte sind die mit der Linie, alles andere ist Beiwerk.

Ich liebe Tor-Märkte im Floorball, und zwar aus einem ganz praktischen Grund. Sie befreien dich von der oft quälenden Frage, wer gewinnt. Zwei spielstarke Teams können sich ein offenes Schlagabtausch-Spiel liefern, bei dem völlig unklar ist, wer am Ende vorne liegt, bei dem aber sonnenklar ist, dass viele Tore fallen. In so einem Fall ist die Over-Wette die intelligentere Wahl, weil sie die eigentliche Stärke deiner Einschätzung nutzt, ohne dich auf eine Münzwurf-Frage festzulegen. Genau diese Entkopplung von Sieger und Tordynamik macht den Tor-Markt für mich zum unterschätztesten Werkzeug im Unihockey-Wetten.

Handicap-Märkte im Unihockey

Manchmal ist ein Spiel so einseitig, dass die Siegquote des Favoriten unter jeden vernünftigen Wert fällt. Bei 1,15 auf den Sieg eines übermächtigen Teams zu wetten, ist kaum besser, als Geld auf die Strasse zu legen. Genau für diese Situationen wurde das Handicap erfunden.

Ein Handicap gibt dem Favoriten einen virtuellen Rückstand mit. Bei einem Handicap von minus 2,5 muss der Favorit mit mindestens drei Toren Unterschied gewinnen, damit deine Wette aufgeht. Du verwandelst damit eine langweilige Siegwette in eine spannende Frage: Gewinnt das starke Team nicht nur, sondern auch deutlich? Dafür bekommst du eine attraktivere Quote als für den schlichten Sieg.

Sportwetten tragen europaweit einen erheblichen Teil zum Online-Glücksspielumsatz bei, 2022 waren es rund 35 Prozent oder 13,6 Milliarden Euro Bruttospielumsatz. Innerhalb dieses riesigen Markts gehören Handicap-Wetten zu den beliebtesten Werkzeugen erfahrener Tipper, weil sie aus einseitigen Spielen wieder Wert herauskitzeln. Im Unihockey mit seinen klaren Leistungsunterschieden zwischen Spitze und Mittelfeld der Liga sind sie besonders nützlich.

Es gibt zwei Spielarten. Das einfache Tor-Handicap arbeitet mit ganzen oder halben Zahlen, das asiatische Handicap teilt den Einsatz unter Umständen auf und kann einen Teil zurückerstatten. Die asiatische Variante ist eleganter, aber auch komplexer, und für den Einstieg reicht das einfache Handicap völlig. Spannend wird das Handicap immer dann, wenn ein klarer Favorit auf einen Aussenseiter trifft und die reine Siegquote kaum noch Wert bietet.

Ein wichtiger Gedanke zur Richtung des Handicaps. Du kannst es nicht nur auf den Favoriten, sondern auch auf den Aussenseiter setzen. Beim Aussenseiter dreht sich die Logik um: Mit einem Plus-Handicap startet das schwächere Team virtuell in Führung. Bei plus 2,5 darf der Aussenseiter sogar mit zwei Toren verlieren, und deine Wette geht trotzdem auf. Das ist im Unihockey deshalb reizvoll, weil die hohe Tordichte auch beim klar unterlegenen Team für Ehrentreffer sorgt. Ein Aussenseiter, der 4:7 verliert, hat in vielen Handicap-Märkten gewonnen, obwohl er auf dem Papier untergegangen ist.

Zweikampf zwischen einem favorisierten und einem unterlegenen Unihockey-Team an der Bande

Ich greife zum Handicap immer dann, wenn die Siegquote des Favoriten unter etwa 1,30 fällt. Bei solchen Quoten bindest du viel Kapital für wenig Ertrag, und ein einziger Ausrutscher des Favoriten frisst dir mehrere gewonnene Wetten weg. Das Handicap verschiebt das Verhältnis von Risiko und Ertrag in einen Bereich, in dem sich Nachdenken wieder lohnt. Es zwingt dich ausserdem, genauer hinzuschauen: Nicht nur, ob ein Team gewinnt, sondern wie deutlich. Diese zusätzliche Frage schärft die Analyse und macht aus einer faden Pflichtwette eine echte Entscheidung.

Perioden- und Drittel-Märkte

Ein Unihockey-Spiel zerfällt in drei Drittel, und jedes davon ist eine kleine eigene Geschichte. Wer das erkennt, dem öffnet sich eine ganze Markt-Familie, die viele Tipper komplett ignorieren.

Bei Perioden- oder Drittel-Märkten tippst du nicht auf das ganze Spiel, sondern auf einen einzelnen Abschnitt. Du kannst auf den Sieger eines bestimmten Drittels setzen, auf die Toranzahl in einem Drittel oder darauf, in welchem Abschnitt die meisten Tore fallen. Das ist deshalb reizvoll, weil sich die drei Drittel oft deutlich unterscheiden. Das erste ist häufig tastend, das letzte kann je nach Spielstand zur Tor-Orgie oder zur destruktiven Verteidigungsschlacht werden.

Spieluhr und Drittelanzeige in einer Unihockey-Halle als Symbol für Perioden-Wetten

Diese Märkte verlangen, dass du dich mit der Tempoverteilung über das Spiel auseinandersetzt. Schiesst ein bestimmtes Team traditionell stark in der Schlussphase? Bricht eine Mannschaft im Mitteldrittel regelmässig ein? Solche Muster sind die Grundlage für Drittel-Wetten, und sie sind im Unihockey ausgeprägter, als man denkt, weil die kurzen Wechsel und das hohe Tempo Ermüdung zu einem echten Faktor machen. Eine Frage taucht dabei immer wieder auf: ob eine allfällige Verlängerung noch zum dritten Drittel zählt. Die Antwort steht in den Wettregeln des Anbieters, und meistens lautet sie nein.

Was mich an diesen Märkten reizt, ist ihr kürzerer Horizont. Eine Wette auf das ganze Spiel zwingt dich, über 60 Minuten und mehr richtig zu liegen. Eine Drittel-Wette verlangt nur, dass du einen Abschnitt von 20 Minuten korrekt einschätzt. Das reduziert die Zahl der Variablen, die schiefgehen können. Ein Team, das im ersten Drittel notorisch verschläft, liefert dir eine klarere Wette als die Frage nach dem Gesamtsieger, weil das frühe Muster verlässlicher ist als der unsichere Ausgang nach voller Distanz.

Gleichzeitig sind Perioden-Märkte ein zweischneidiges Schwert. Die kürzere Distanz bedeutet auch mehr Zufall, weil ein einzelner glücklicher Treffer ein Drittel kippt, während sich über das ganze Spiel die wahre Stärke eher durchsetzt. Ich nutze Drittel-Wetten deshalb gezielt dort, wo ich ein starkes, datengestütztes Muster sehe, und nicht als allgemeine Alternative zur Spielwette. Wer wahllos auf einzelne Drittel tippt, ersetzt Analyse durch Würfeln, und das bestraft sich auf Dauer.

Spezialmärkte: nächstes Tor, Penalty, Spielerwetten

Jetzt kommen die Märkte, die das Live-Erlebnis erst richtig elektrisierend machen. Sie sind kurzlebig, sie sind nervenaufreibend, und sie sind genau deshalb mit Vorsicht zu geniessen.

Der bekannteste Spezialmarkt ist die Wette auf das nächste Tor. Wer trifft als Nächstes, Heim oder Gast? Diese Wette läuft oft nur Sekunden, weil sie sich mit jedem Tor neu stellt. Mobile Endgeräte machen heute über die Hälfte aller Online-Wetten aus, 53 Prozent gegenüber 47 Prozent am Desktop, und kein Markt profitiert so sehr vom schnellen Smartphone-Tipp wie dieser. Du siehst eine Druckphase, du tippst, und Sekunden später weisst du, ob du richtig lagst.

Daneben gibt es Penalty-Wetten, Wetten auf einzelne Spieler wie den ersten Torschützen, und allerlei exotischere Märkte. Sie alle teilen eine Eigenschaft: hohe Quoten, hohes Risiko, hohe Varianz. Hier liegt eine Gefahr, vor der ich ausdrücklich warne. Diese Märkte fühlen sich an wie Geschicklichkeit, sind aber zu einem grossen Teil Glück. Dörte Petit von Sucht Schweiz hat es treffend formuliert: „Dieser Ansatz besteht beispielsweise darin, die Gewinnchancen für gewisse Spiele wie die Sportwetten so darzustellen, als ob sie etwas mit den Kompetenzen und Kenntnissen der Spielenden zu tun hätten, obschon dies gar nicht zutrifft.“ Genau in den Spezialmärkten ist diese Illusion am stärksten.

Unihockey-Spieler vor dem Penaltyschuss als Symbol für Spezialwetten wie nächstes Tor

Ich nutze Spezialmärkte sparsam und mit kleinen Einsätzen, weil ihr Reiz im Nervenkitzel liegt, nicht in einem nachhaltigen Wert. Wer sie zur Hauptstrategie macht, verwechselt Unterhaltung mit Investition. Das ist eine Unterscheidung, die im schnellen Floorball besonders leicht verschwimmt.

Ein zweiter Grund zur Zurückhaltung ist die Marge. Anbieter kalkulieren bei exotischen Märkten in der Regel grosszügiger zu ihren eigenen Gunsten, weil die meisten Tipper hier ohnehin aus dem Bauch heraus setzen und kaum jemand die faire Wahrscheinlichkeit prüft. Wo wenig Wettvolumen und wenig Vergleichsmöglichkeit herrschen, baut der Buchmacher eine dickere Sicherheitsmarge ein. Du zahlst diese Marge mit jedem exotischen Tipp, ohne es zu merken. Bei den grossen, viel bespielten Märkten wie 1X2 oder Over/Under ist die Konkurrenz unter den Anbietern härter und die Marge entsprechend dünner.

Trotzdem haben Spezialmärkte ihre Berechtigung, wenn du live ein Spiel verfolgst und einen klaren Lesevorteil hast. Siehst du, dass ein Team nach einem Gegentor wütend andrückt, kann die Nächstes-Tor-Wette in genau diesem Moment Wert haben, weil dein Auge schneller ist als der Durchschnittstipper. Aber das ist die Ausnahme, nicht die Regel, und sie verlangt volle Aufmerksamkeit. Wer nebenbei am Handy auf den nächsten Torschützen tippt, während er etwas anderes tut, spielt schlicht Lotto mit zusätzlichen Schritten.

Welcher Markt zu welchem Spieltyp passt

Die wichtigste Frage stelle ich am Schluss, weil sie alle vorherigen verbindet – welchen Markt wähle ich für welches Spiel? Denn der beste Markt existiert nicht im Abstrakten, sondern immer nur im Verhältnis zur konkreten Partie.

Für ein ausgeglichenes Spitzenspiel zwischen zwei ebenbürtigen Teams ist die 1X2-Wette oft die sauberste Wahl, weil hier echte Unsicherheit über den Sieger herrscht und die Quoten entsprechend Wert bieten. Für ein Spiel zwischen zwei offensivverliebten Mannschaften, deren Ausgang schwer zu prognostizieren ist, drängt sich der Tor-Markt auf, weil du dann auf die Spieldynamik statt auf den Sieger setzt. Bei einem klaren Favoriten gegen einen schwachen Gegner ist die schlichte Siegwette wertlos, das Handicap dagegen interessant.

Ein Beispiel aus meiner Praxis. Treffen ein Tabellenführer und ein Abstiegskandidat aufeinander, ignoriere ich die Siegquote des Favoriten komplett. Sie liegt zu tief, um lohnend zu sein. Stattdessen schaue ich auf das Handicap und frage mich, ob der Favorit hoch gewinnt, oder ich schaue auf den Tor-Markt, weil schwache Defensiven viele Tore zulassen. Das einseitige Spiel, das auf den ersten Blick uninteressant wirkt, hält bei genauerem Hinsehen oft die besseren Wetten bereit als das vermeintlich spannende Duell.

Ein zweiter Faktor ist deine eigene Beteiligung am Spiel. Schaue ich eine Partie live, stehen mir die schnellen Märkte offen, weil ich das Geschehen lese und im richtigen Moment zuschlagen kann. Tippe ich dagegen morgens auf ein Spiel am Abend, das ich gar nicht verfolgen werde, beschränke ich mich auf die ruhigen Vorab-Märkte wie 1X2, Tor-Linie oder Handicap. Es ergibt keinen Sinn, einen schnellen Live-Markt zu bespielen, den ich nicht beobachten kann. Die Wahl des Marktes hängt also nicht nur vom Spiel ab, sondern auch davon, wie viel Aufmerksamkeit ich ihm tatsächlich schenken kann.

Wettender vergleicht verschiedene Marktoptionen für ein Unihockey-Spiel am Smartphone

Die Drittel- und Spezialmärkte halte ich mir für Spiele frei, die ich live verfolge und gut lese. Sie verlangen Aufmerksamkeit in Echtzeit und belohnen denjenigen, der das Spiel mit eigenen Augen einschätzt. Wer sie aus der Ferne und auf gut Glück bespielt, verbrennt Geld. Die Markt-Auswahl ist damit keine Frage des Geschmacks, sondern eine Frage der Spielsituation und der eigenen Beobachtung. Wer immer denselben Markt bespielt, egal welches Spiel läuft, hat das Wesentliche am Wetten noch nicht verstanden. Und wer die Zahlen hinter all diesen Märkten richtig deuten will, dem lege ich als nächsten Schritt nahe, sich damit zu beschäftigen, wie man Floorball-Quoten versteht und vergleicht.

Was ist der Unterschied zwischen 1X2 und Doppelter Chance beim Unihockey?
Bei 1X2 tippst du auf genau einen von drei Ausgängen, Heimsieg, Remis oder Auswärtssieg, und bekommst dafür die volle Quote. Bei der Doppelten Chance deckst du zwei dieser Ausgänge gleichzeitig ab, etwa Heimsieg oder Remis. Du gewinnst dadurch häufiger, dafür ist die Quote deutlich niedriger. Die Doppelte Chance ist die sicherere, aber selten die wertvollere Variante.
Wie wird die Over/Under-Linie beim Floorball festgelegt?
Der Anbieter schätzt die erwartete Gesamttoranzahl und legt eine Linie fest, oft mit einer halben Zahl wie 9,5, um ein Unentschieden der Wette zu verhindern. Floorball-Linien stehen wegen der hohen Tordichte deutlich höher als im Fussball. Eine Linie von 10 oder 11 Toren ist im Unihockey völlig normal und kein Grund, blind auf Over zu setzen.
Was bedeutet ein Handicap von -1,5 im Unihockey?
Bei einem Handicap von minus 1,5 startet der Favorit virtuell mit einem Rückstand von 1,5 Toren. Deine Wette geht nur auf, wenn er das Spiel mit mindestens zwei Toren Unterschied gewinnt. Gewinnt er nur mit einem Tor oder verliert, ist die Wette verloren. Dafür ist die Quote höher als bei der schlichten Siegwette.
Kann man auf einzelne Drittel separat wetten?
Ja, Perioden- und Drittel-Märkte gehören zum Standardangebot. Du kannst auf den Sieger eines bestimmten Drittels, die Toranzahl in einem Drittel oder das torreichste Drittel tippen. Diese Märkte lohnen sich besonders, wenn du die Tempoverteilung der Teams über das Spiel kennst, weil sich die drei Abschnitte im Unihockey oft stark unterscheiden.

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Geschrieben von der Redaktion „livewettenfl".