Drittel-Wetten im Unihockey: auf Spielabschnitte tippen

Updated Juli 2026
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Anzeigetafel einer Unihockey-Halle mit Spielstand und laufender Spielzeit über dem Spielfeld

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Viele Wettende behandeln ein Unihockey-Spiel wie einen einzigen Block von sechzig Minuten. Ich habe gelernt, es in drei eigenständige Geschichten zu zerlegen. Jedes Drittel hat seinen eigenen Rhythmus, seine eigene Dramaturgie und damit seine eigene Wettlogik. Wer das versteht, eröffnet sich einen Markt, den die meisten links liegen lassen, weil er ein wenig Denkarbeit verlangt.

Die Drittel-Wette, im Wettjargon auch Periodenwette genannt, bezieht sich nur auf einen einzelnen von drei Spielabschnitten. Du kannst auf den Ausgang eines Drittels tippen, also wer diesen Abschnitt mit mehr Toren gewinnt, oder auf die Toranzahl innerhalb des Drittels. Das Spiel wird damit zu drei kleinen Partien, und das verändert die Einschätzung grundlegend, weil sich die Torverteilung über die Abschnitte selten gleichmässig verteilt.

Wie Drittel-Märkte funktionieren

Im Kern ist ein Drittel ein Mini-Spiel mit eigenem Anfang und eigenem Ende, und der Buchmacher behandelt es auch so. Es gibt eine eigene 1X2-Wertung für jedes Drittel, oft mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für ein Unentschieden, weil in zwanzig Minuten naturgemäss weniger passiert als in einem ganzen Spiel.

Anzeigetafel teilt ein Unihockey-Spiel sichtbar in drei Drittel auf

Die Torfrequenz im Spitzenfloorball ist hoch, das zeigte die Heim-Weltmeisterschaft 2022 in Zürich und Winterthur mit einem Schnitt von 12,25 Treffern pro Partie. Auf ein Drittel heruntergebrochen sind das im Mittel rund vier Tore, doch dieser Durchschnitt täuscht. In der Praxis fallen die Treffer in Wellen, und ein Drittel kann torlos bleiben, während im nächsten fünf Tore purzeln. Genau diese Streuung um den Mittelwert herum macht die Drittel-Wette so interessant, denn sie eröffnet Spielraum für eine eigene, fundierte Einschätzung jenseits der reinen Durchschnittszahl.

Ein Beispiel ohne Markennennung – für das erste Drittel könnte der Markt über 3,5 Toren bei einer Quote von 1,95 anbieten, unter 3,5 Toren bei 1,80. Setzt du 30 Franken auf über 3,5 Tore und es fallen vier oder mehr, erhältst du 58,50 Franken zurück. Die Linie liegt also niedriger als beim Gesamtspiel, weil eben nur ein Drittel der Zeit zählt. Wer die typische Torverteilung der beiden Teams kennt, kann hier gezielt zuschlagen.

Bully zum Start des ersten Drittels in der Mitte des Unihockey-Spielfelds

Neben der Toranzahl gibt es auch die Wette auf den Drittelsieger, und die ist im Floorball besonders reizvoll. Weil ein einzelnes Drittel kurz ist, kann selbst ein klar unterlegenes Team einen Abschnitt für sich entscheiden, etwa durch eine starke Anfangsphase oder ein gelungenes Powerplay. Die Quote auf den Aussenseiter im einzelnen Drittel ist deshalb oft höher, als es seine Gesamtchance im Spiel wäre, und genau in dieser Differenz steckt Wert für den, der die Anfangsstärke der Teams einschätzen kann.

Ein weiterer Markt, den ich gern beobachte, ist die Frage, in welchem Drittel die meisten Tore fallen. Diese Wette belohnt ein gutes Gespür für den Spielverlauf statt für den Sieger. Wer weiss, dass ein bestimmtes Team traditionell schwach in die Partie startet und erst im Mittelabschnitt auf Touren kommt, kann hier eine fundierte Einschätzung abgeben. Der Markt ist enger als die grossen Standardwetten, dafür aber auch weniger umkämpft, und gerade in solchen Nischen findet ein aufmerksamer Wettender gelegentlich eine Fehlbewertung, die in den populären Märkten längst verschwunden wäre.

Torverteilung über die drei Drittel

Es gibt ein Muster, das mir über die Jahre immer wieder begegnet ist und das den Kern dieses Marktes ausmacht. Die Tore verteilen sich nicht zufällig, sondern folgen oft einer erkennbaren Logik aus Spielanlage und Kräfteverlauf.

Das erste Drittel ist häufig das taktischste. Beide Teams tasten sich ab, der Respekt ist gross, und nicht selten fallen hier die wenigsten Tore. Im zweiten Drittel öffnet sich das Spiel, die Müdigkeit setzt ein, und die Lücken werden grösser. Das Schlussdrittel ist dann oft das torreichste, weil ein zurückliegendes Team das Risiko erhöht und der Torhüter am Ende für einen sechsten Feldspieler weicht. Dörte Petit, Co-Autorin einer Studie von Sucht Schweiz, hat in anderem Zusammenhang treffend beschrieben, dass Anbieter Gewinnchancen gern so darstellen, als hätten sie mit den Kompetenzen der Spielenden zu tun, obschon dies gar nicht zutrifft. Diese Mahnung gilt auch hier – das Muster der Torverteilung ist eine Tendenz, keine Garantie, und wer es als sicheres Wissen verkauft, irrt.

Schlichte Balkendarstellung der Torverteilung über die drei Drittel eines Spiels

Trotzdem ist die Tendenz nutzbar. Wenn zwei offensivstarke Teams aufeinandertreffen, ist ein torreiches Schlussdrittel wahrscheinlicher als ein torreiches erstes. Ich schaue mir vor solchen Wetten an, wie die beiden Mannschaften in der laufenden Saison ihre Tore über die Drittel verteilt haben. Diese Information ist Gold wert und steht selten in der Quote.

Ein praktischer Hinweis zur Datenbeschaffung: Die Drittelsresultate vergangener Spiele lassen sich aus den offiziellen Spielberichten der Liga herauslesen. Wer sich die Mühe macht, für die wichtigsten Teams eine kleine Übersicht anzulegen, erkennt schnell, ob eine Mannschaft eher als Startfurioso oder als Schlussspurter unterwegs ist. Diese Profile ändern sich über eine Saison kaum und geben dir einen Anhaltspunkt, den der Markt nicht jedes Mal frisch neu bewertet.

Schnelles Tempospiel im Unihockey mit Spielern in vollem Lauf

Das Schlussdrittel als Sonderfall

Wenn ein Spiel in die letzten zwanzig Minuten geht, ändert sich die ganze Statik, und das macht das Schlussdrittel zum spannendsten Wettabschnitt. Hier entscheidet sich oft alles, und genau deshalb verhält sich der Markt anders als in den ersten beiden Dritteln.

Angespanntes Schlussdrittel eines Unihockey-Spiels mit Blick auf die ablaufende Uhr

Ein knapper Rückstand verwandelt das Schlussdrittel in eine offene Schlacht. Das zurückliegende Team drückt, riskiert mehr und nimmt am Ende den Torhüter vom Feld, was die Tor-Wahrscheinlichkeit auf beiden Seiten erhöht. Für die Drittel-Wette über eine bestimmte Toranzahl ist das ein starkes Argument, sofern das Spiel eng ist. Steht hingegen eine klare Führung, kann das Schlussdrittel verflachen, weil das führende Team verwaltet und das unterlegene resigniert.

Die Verlängerung ist ein eigenes Kapitel. Sie zählt in der Regel nicht zum dritten Drittel, sondern wird separat gewertet, was viele Wettende übersehen und am Ende ärgert. Wer auf über eine bestimmte Toranzahl im Schlussdrittel gesetzt hat, profitiert nicht von Treffern in der Verlängerung, denn die fallen ausserhalb der gewerteten Zeit. Ich prüfe deshalb vor jeder Drittel-Wette genau, welche Spielzeit der Markt zugrunde legt. Wer das Schlussdrittel als Sonderfall begriffen hat, sollte den Gedanken konsequent weiterdenken und sich ansehen, wie sich Wetten auf die reine Toranzahl über das ganze Spiel verhalten, denn dort spielt die Over/Under-Wette im Unihockey ihre Stärke aus.

Zählt die Verlängerung zum dritten Drittel?
In der Regel nein. Die Drittel-Wette gilt nur für die reguläre Spielzeit des jeweiligen Abschnitts. Eine Verlängerung oder ein Penaltyschiessen wird separat gewertet und fliesst nicht in das dritte Drittel ein. Prüfe im Zweifel immer die Marktregeln.
Welches Drittel hat statistisch die meisten Tore?
Häufig fällt im Schlussdrittel die höchste Zahl, weil ein zurückliegendes Team das Risiko erhöht und am Ende den Torhüter herausnimmt. Das erste Drittel ist oft das taktischste und torärmste. Diese Verteilung ist aber eine Tendenz, keine feste Regel.

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